Weshalb ist ofenfertiges Brennholz zur Zeit so günstig?

Na ja, die Überschrift ist etwas reißerisch, aber ich will in diesem Artikel versuchen zu erläutern, warum Brennholz oft viel zu günstig verkauft wird.
Der für Deutschland aktuelle durchschnittliche Brennholzpreis für hartes Brennholz lag im November bei EUR 78,46 pro Schüttraummeter frei Haus. Viel zu teuer, sagen die Einen, viel zu günstig sagen die Anderen.

Im Verlauf des Artikels wird klar, warum dieser Preis viel zu günstig ist.

Ofenfertiges Brennholz wird vielerorts sehr günstig angeboten. Zu billig? Warum die Brennholzpreise steigen müssten …

Brennholz-Deutschland hat vor einiger Zeit in einer Pressemeldung zwar einen weitaus geringeren durchschnittlichen Brennholzpreis herausgegeben, allerdings wird mir nicht klar, für welches Raummaß dieser Preis berechnet wurde. Schade eigentlich, aber hier scheinen die Angaben zu fehlen, ob es sich um Raummeter oder Schüttraummeter-Preise handelt. Darüber hinaus finde ich auch keine Angaben darüber, ob die Lieferung frei Haus erfolgt, oder noch zusätzliche Lieferkosten anfallen.

Bei meinen monatlichen Preisermittlungen für den Brenntix-Brennholz-Preisindex frage ich grundsätzlich durchschnittliche Schüttraummeterpreise für trockenes, hartes Brennholz mit einer Scheitlänge von 33 cm frei Haus (bis 15 km) geliefert ab. Die monatlich aktualisierten Preise finden Sie aufbereitet als Tabelle oder Chart auf der Brenntix-Webseite.

Im Osten: Brennholz zu verschenken

Bei meinen monatlichen Recherchen nach aktuellen Brennholzpreisen stoße ich oft auf besonders preiswerte Angebote für Brennholz. So fand ich kürzlich ein Angebot für gemischtes Hartholz bei einem Brennholzhändler in Ostdeutschland. Dort wurde gemischtes Buchenholz und Eichenholz regelrecht verschenkt. Für einen Schüttraummeter Hartholz wurde ein Preis von 49,50 Euro nachgefragt.

Von Ausverkauf oder Sommerpreisen stand nichts auf der Webseite, die Mehrwertsteuer wurde ebenfalls ausgewiesen, also sollte es sich um ein seriöses Angebot handeln. Ich kenne Händler aus vielen anderen Bundesländern, die können für diesen Preis nicht mal ihr Stammholz einkaufen. Wie der Händler in Ostdeutschland seine Preise kalkuliert, ist mir schleierhaft, vielleicht wurde einfach nur Umsatz mit Gewinn vertauscht?

Wie kann man sonst Brennholz so günstig anbieten?

Drückt der Schwarzmarkt die Brennholzpreise?

Der Schwarzhändler kann es aber noch etwas günstigerer. Man ist als Blogger ja ziemlich neugierig und hört gerne und oft die Flöhe husten. Ich horche im Verwandten- und Bekanntenkreis ständig nach, welche Preise denn für ofenfertiges Brennholz bezahlt werden. Die Freunde plaudern dann Preise aus, die oft unter 50 EUR pro Schüttraummeter liegen. Wenn ich dann nachfrage, ob die Rechnung denn auch Mehrwertsteuer enthält, kommt schnell die Frage zurück „Welche Rechnung?“  Ein Schelm, wer hier gleich an Schwarzhandel denkt. 

Welche Kosten entstehen dem Brennholzhändler?

Sieht man mal von dem obigen Schnäppchen aus Ostdeutschland ab, so halte ich  auch den aktuellen Durchschnittspreis für Hart-Brennholz von EUR 78,46 für ziemlich günstig.

Buchen- oder Eichen Stammholz kostet momentan rund 45-55 Euro pro Raummeter frei Haus geliefert. Rechnet man in Schüttraummeter um, sind das rund 35 Euro pro Schüttraummeter, nasses Stammholz. Das Holz muss nun nur noch gesägt, gespalten, gestapelt, getrocknet, aufgeladen und zum Kunden transportiert werden. Ach ja, beim Kunden abladen kommt auch noch hinzu.

Ich nehme nun den aktuellen durchschnittlichen Brennholzpreis von 78,46 EUR als Berechnungsgrundlage, ziehe davon 35 EUR für Stammholzkosten pro Schüttraummeter ab, dann noch 5 EUR für die Transportkosten zum Kunden, bleiben erst mal rund 38 Euro übrig. Allein der Weg für den Transport zum Kunden und zurück dauert im Durchschnitt oft eine Stunde, hinzu kommt noch die Zeit fürs Abladen.

Arbeitslohn, Finanzamt und Maschinen

Von den oben übrig gebliebenen 38 Euro ziehe ich nun noch moderate 10,00 Euro Arbeitslohn pro Schüttraummeter ab. Es verbleibt ein Betrag von 28,00 EUR. Von diesen 28,00 Euro muss das Brennholz gesägt und gespaltet werden, dazu müssen teure Maschinen angeschafft werden, die von Arbeitskräften bedient werden müssen. Eine Lagerhalle muss her um das Brennholz zu stapeln und zu trocknen. Anschließend wieder vom Stapel auf den Anhänger und zum Kunden.

Das Finanzamt langt auch noch kräftig hin, je nach Steuersatz landen schnell 30 % vom Gewinn beim Fiskus.

Da frage ich mich allen Ernstes, ob die Brennholzhändler noch Geld rauszahlen, damit sie Ihren Kunden preiswertes Brennholz anbieten können? 

Die Ausgangsfrage bleibt: Warum ist ein Schüttraummeter ofenfertiges Brennholz so günstig? Ich kann rechnen, wie ich will, erst ab einem Verkaufspreis von rund 100,00 EUR pro Schüttraummeter komme ich auf einen halbwegs grünen Zweig.

7 Kommentare… add one
  • Werner 17. Dez. 2011

    Im Osten sind die Brennholz Preise noch sehr moderat. Und die Händler verdienen an diesen Preisen immer noch genug, davon bin ich überzeugt. Am Brennholz wurde schon immer gut verdient.

  • Vogt 17. Apr. 2012

    Kein Kaminholzhandel wird daran verdienen, wenn Kaminholz zu Preisen von unter 50,00 € pro Schüttraummeter verkauft wird. Ich wüsste zu gerne, wo die Leute zu finden sind, die solche Angebote herausgeben. Glatt würde ich denen mehrere LKW-Ladungen abkaufen. Bei uns im Ruhrgebiet zahlt man rund 80 bis 85 Euro pro Schüttmeter.

  • Hallo_S 18. Feb. 2013

    Derzeit kosten bei uns in Niedersachsen (Jahr 2013) 1rm ca. 85 Euro. manche bieten auch 75 Euro für den srm an. Das ist im Vergleich zu Gas zuteuer. Wenn ich berechne, das ich dem Wikungsgrad von ca. 60% eines Brennofens rechne bin ich bei 100 Euro pro Raummeter mit den Gaskilowattpreis von ca. 5,8 Cent gleich Winklungsgrad Gasbrennwert ca 96%. Wenn ich ca. 5 Raummeter Holz brauche dann würde ich gerade mal 75 Euro pro Jahr sparen gegenüber Gas. Also stapel ich für 75 Euro 5 Meter Holz in den Schuppen, hole es im Winter jeden Tag ins Wohnzimmer, zünde den Ofen an, mache ihn sauber, bring den Aschekasten raus… Bei manchem muss ich das Holz auch noch selbst holen da die Lieferung bei 85 Euro nicht dabei ist. Dann lohnt sich das überhaupt nicht. Somit habe ich ab 70 Euro pro rm aufgehört fertiges Holz zukaufen. Ich mache es jetzt selber. Ansonsten bleibt der Ofen aus.

  • Hans 24. Jan. 2016

    übers Forstamt kostet der Raummeter ca.30eur (buche) einfach anrufen und nach Brennholz fragen Lg aus Bayern. 100eur bei dem öl preis

  • Hans 24. Jan. 2016

    100euro bei dem öl preis ist ja irre 25euro beim Forstamt zum selber holen

  • Christian 25. Apr. 2016

    Ich kommt aus NRW / OWL.
    Derzeit kostet bei uns übers Forstamt ein RM ~ 24 EUR. Hartholz (Eiche, Buche, Ahorn,..) als Selbstwerber.
    Dieses Jahr (2016) habe ich mir, ums etwas leichter zuhaben, gerrücktes Holz bestellt. (90% Ahorn, 10% Eiche/Buche)
    Musste ich nur klein schneiden und konnte es direkt am Wegesrand aufladen.
    Hier kostete 1 FESTMeter 50 EUR.
    Und hinten rausgekommen is ca. 1,5 RM / 1,8 SRM je FM.
    Preislich also nahezu identisch mit den selbst zu sammelnden Holz.
    Nur wesentlich weniger Aufwand.

    Gewerbliches trockenes Scheitholz wird hier um die 50EUR gehandelt.
    Aber dafür macht mir die Selbstwerberei viel zu viel Spass um dies zu kaufen.

    P.S. Schade das keine Datumseinträge an den Kommentaren stehn.

  • Starke 04. Aug. 2016

    Zum Artikel Dabei Geht es um Angeliefertes Trockenes Gesägtes Brennholz , zu Dem Kommentaren , Diese Preise sind Frei Wald . Es ist Seltsam Das die Arbeit zum null Std Lohn Kommentiert wird . Bei Der Nachbarschaftshilfe Schwarzhandel sollten die Finanzämter durchgreifen . Saftige Strafen wehren hier zu Verhängen , und schon Wehre das Proplem Gelöst .einige wissen nicht was sie tun . auch der Kunde Steht in der Verpflichtung seine Rechnungen 3 Jahre auf zu Bewahren . Jede Festbrennstoff Stätte unterliegt dem Schornsteifeger , und Das Finanzamt weis Genau wo Holz verbrand wird . Mehr Sag ich dazu nicht . in Hessen kam so für einige das böse Erwachen ( Schwarzhandel )

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